Bischöfliches Schloss - Renovierung & Öffnung für die Bevölkerung

Raum für Kultur & Begegnungen

Das Bischöfliche Schloss in Chur ist ein bedeutendes kulturhistorisches Erbe mit grosser Ausstrahlung weit über die Region hinaus. Um dieses wertvolle Kulturgut für kommende Generationen zu erhalten, hat Bischof Joseph Maria Bonnemain eine breit abgestützte Arbeitsgruppe eingesetzt, deren Vorsitz ich übernehmen durfte. In der Arbeitsgruppe engagieren sich Persönlichkeiten aus verschiedenen Regionen mit politischem Hintergrund sowie mit Erfahrungen aus Wirtschaft, Kultur und Gesellschaft.

Gemeinsam möchten wir über unterschiedliche Akteure und Netzwerke an Institutionen und Unterstützer herantreten, um dieses wichtige Vorhaben umzusetzen und das Bischöfliche Schloss langfristig für die Gemeinschaft zu sichern.
zu sichern.

Urs Marti
Vorsitzender Arbeitsgruppe

 

 

Mitglieder der Arbeitsgruppe

Bischof Joseph Maria Bonnemain hat das Projekt "Bischöfliches Schloss Chur - Restaurierung & Öffnung für die Bevölkerung" ins Leben gerufen und namhafte Persönlichkeiten aus allen Bistumsregionen berufen. Gemeinsam unterstützen sie den Diözesanbischof im Bestreben, das kulturhistorische Erbe des bischöflichen Schlosses zu bewahren und für kommende Generationen zu erhalten.

In der Arbeitsgruppe engagieren sich Persönlichkeiten aus der Politik, der Wirtschaft wie auch dem kulturellen und gesellschaftlichen Leben der drei Bistumsregionen sowie darüber hinaus. In der Kerngruppe sind dies:

  • Urs Marti, Vorsitz
    Stadtpräsident Chur 2013 – 2024
  • Michael Stähli
    Regierungsrat und Bildungsdirektor des Kantons Schwyz
  • Hans Hollenstein
    alt Regierungsrat Kanton Zürich
  • Livio Zanetti
    Prädident des Administrationsrates des Bistums Chur
  • Jochen Folz
    Bischofsrat, Moderator Curiae und Bischofsvikar für die kirchlichen Stiftungen im Bistum Chur
  • Werner Derungs
    Bischöflicher Verwalter des Bistums Chur
  • Hugo Hafner
    Bischöflicher Verwalter der Bistumskasse des Bistums Chur
  • Nicole Büchel
    Bischöfsrätin, Kommunikationsverantwortliche des Bistums Chur

Motivation Urs Marti

Chur ist eine höchst attraktive Stadt. Ihre Lebendigkeit, ihre Lage und ein breites kulturelles Angebot, verbunden mit der einzigartigen Geschichte bis 11'000 Jahre vor Christus, zeigen sich exemplarisch als Bischofsstadt. Etwas erhöht von der Altstadt liegt der Bischöfliche Hof mit der Kathedrale St. Mariä Himmelfahrt und dem Bischöflichen Schloss, offizieller Wohnsitz des Bischofs und Verwaltungsgebäude des Bistums. Während das Schloss einst als Residenz der Churer Bischöfe diente, bewohnt der Bischof heute darin lediglich eine bescheidene Wohnung.

Das Bischöfliche Schloss mit seinem Domschatzmuseum ist ein herausragendes Kulturdenkmal von nationaler Bedeutung, dem Sorge zu tragen ist. Um die Bedeutung dieser kostbaren Baute langfristig sicherzustellen, ist eine umfassende Sanierung zwingend notwendig. Zudem soll auf Initiative des heutigen Bischofs Joseph Maria Bonnemain im Zuge der Sanierung und zum Wohle der Gemeinschaft das Bischöfliche Schloss vermehrt der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Mit dem Domschatzmuseum und der Restaurierung des Rittersaals wurden hierzu erste grosse Meilensteine erreicht. Diese Broschüre informiert Sie über das Bauvorhaben und lädt Sie herzlich ein, eine geschätzte Unterstützung Ihrerseits zu prüfen.

Motivation Michael Stähli

Der baukulturelle Wert des rund 800-jährigen Schlosses Chur als eines der bedeutendsten Profanbauten im Kanton Graubünden soll erhalten und einem grösseren Publikum zugänglich gemacht werden.

Dafür ist geplant, dieses Kulturdenkmal von nationaler Bedeutung auf der Grundlage eines umsichtigen und qualitätsvollen Gestaltungs- und Nutzungskonzepts verantwortungsbewusst instand zu stellen, um dessen Stellenwert langfristig zu gewährleisten. Hierzu wollen auch die Bistumskantone der Zentralschweiz beitragen.

Das Schloss Chur trägt so auf bedeutsame Weise zum Verständnis und zum Erhalt herausragender historischer Kulturgüter für zukünftige Generationen bei.

Motivation Hans Hollenstein

Als Mitglied der Arbeitsgruppe bin ich überzeugt, dass eine so bedeutungsvolle Baute die finanzielle Unterstützung verdient. Viele Zürcherinnen und Zürcher sind mit Chur und dem Kanton Graubünden verbunden. Das historische Gebäude zu sanieren ist auch ein Bekenntnis zur überregionalen Solidarität. Bereits heute ist am Bischöflichen Sitz ein Kompetenzzentrum für Begegnung, Kunst und Kultur anzutreffen. Mit der Sanierung und Öffnung des Bischöflichen Schlosses wird dies verstärkt, verbessert und ausgebaut.

Bischof Joseph Marias Anliegen

Seit dem 4. Jahrhundert ist Chur der Sitz des Bischofs. Über Jahrhunderte entstanden an diesem Sitz wertvolle und einmalige Bauten von ausstrahlender Bedeutung, wie das Bischöfliche Schloss.  Es ist mir ein Anliegen, die Bevölkerung an dieser Geschichte und deren Bauten teilhaben zu lassen; inhaltlich, gedanklich, in ihrer Nutzung. Es gäbe viel über das Schloss zu erzählen, sei es als politisches Zentrum, Repräsentationsgebäude, kirchliche Institution und diözesane Verwaltung oder künstlerisches Bijoux. In Zukunft soll es vor allem ein Ort der Begegnung, der Gespräche und des kulturellen Austausches sein. Es ist mir daher ein grosses Anliegen, das Bischöfliche Schloss noch weiter für die Gläubigen der Bistumsregionen und die Öffentlichkeit ganz allgemein zugänglich zu machen.

Was in die Jahre kommt, muss von Zeit zu Zeit erneuert werden. Die Broschüre zeigt, was zu renovieren ist und welche Kosten daraus entstehen. Die Restaurierung ist umfassend und kostspielig. Dem Denkmalschutz ist Rechnung zu tragen. Schritt für Schritt sollen geeignete Räumlichkeiten der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.   Die notwendigsten Kosten belaufen sich auf rund CHF 13.6 Mio. Bereits umgesetzte Restaurierungen wie Folgende schränken die finanziellen Mittel und Möglichkeiten des Bistums massiv ein. Ohne wohlwollende Unterstützung und Hilfe können wir diese Herausforderung nicht meistern. Gemeinsam können wir es schaffen und dafür bedanke ich mich heute schon bei Ihnen. Diese Herausforderung nicht meistern. Gemeinsam können wir es schaffen und dafür bedanke ich mich heute schon bei Ihnen.

Situation & Vision im Hof

Das Bistum Chur will seine historischen Liegenschaften verstärkt der Öffentlichkeit zur Verfügung stellen und damit seine Vision als Kompetenzzentrum für Begegnung, Kunst und Kultur nachhaltig weiterentwickeln. Ausgewählte Räumlichkeiten sollen umfassend restauriert und neu belebt werden, um Raum für geistige Auseinandersetzung, Lesungen sowie vielfältige kulturelle Veranstaltungen zu schaffen.

Dem Bistum Chur kommt eine massgebliche kulturhistorische, bauhistorische und gesellschaftliche Bedeutung zu, und dies weit über die Landesgrenze hinaus. So ist das Bistum Chur eines der ältesten Bistümer der Schweiz und Europas und umfasste in seinen Ursprüngen Gebiete in verschiedenen Schweizer Kantonen, das Fürstentum Liechtenstein sowie Teile von Vorarlberg und Südtirol. Weiter sind Kontakte und Kooperationen in den Süddeutschen Raum und natürlich nach Italien und Rom belegt.

Der Bischöfliche Hof oberhalb der Altstadt ist ein Ensemble aus der Kathedrale St. Mariä Himmelfahrt, dem Bischöflichen Schloss mit dem Rittersaal, dem Domschatzmuseum, der Hofkellerei mit der altgotischen Trinkstube und den Domherrenhäusern. Die historische Substanz wird seit Jahrhunderten gepflegt. In jüngster Zeit über die letzten 20 Jahre wurden die vorerwähnten Bauten restauriert und modernisiert. Nun steht der Sitz des Bischofs, das sogenannte Bischöfliche Schloss, in Restaurierung. Auch der Aussenplatz vor dem Schloss soll saniert werden und könnte einen sehr grossen Mehrwert für die Öffentlichkeit darstellen. So wird das Gesamtbild sorgfältig gepflegt und lädt zu Besichtigungen und zum Aufenthalt, zum Erleben von Geschichte und Kultur, aber auch zum gelebten Glauben ein.

Gegenwärtig steht die Erneuerung bzw. die Sanierung des Bischöflichen Schlosses im Mittelpunkt:

  • Historisches Treppenhaus Westtrakt
  • Historische Korridore 1. und 2. Obergeschoss
  • Kapelle mit Sakristei und Vorraum
  • verschiedene Sitzungs- und Aufenthaltsräume
  • historische Kachelöfen
  • Barocke Fassade

Die bauhistorische Sanierung muss den hohen Ansprüchen der Denkmalpflege gerecht werden und umfasst auch die fachkundige Behebung wie zum Beispiel einer Vielzahl von Beschädigungen an den bedeutenden Stuckaturen oder der grossen Risse im Mauerwerk, was zu einer Summe von rund CHF 13.6 Mio. an Sanierungskosten führt.

 

Ein Teil der Räume ist bereits jetzt für die Öffentlichkeit zugänglich und das Schloss spielt nun auch eine wesentliche Rolle im kulturellen Leben in Chur und Umgebung. Der Rittersaal ist der eindrucksvollste Raum im Schloss und wird inzwischen für verschiedenste Veranstaltungen rege genutzt: für Konzerte, Vorträge, Versammlungen, Ausstellungen, Theateraufführungen und vieles mehr. Seine historische Atmosphäre ist einzigartig und verleiht dem Raum eine besondere Note. Eine ebenso kulturelle Einrichtung stellt das Domschatzmuseum dar. Auf zwei Geschossen können der eigentliche Domschatz sowie der 25-teilige Gemäldezyklus "Todesbilder" von 1543 bewundert werden. Der Rittersaal und das Domschatzmuseum sind bestens besucht und gelten als regelrechter Publikumsmagnet. Die Büroräume der Bistumsverwaltung im Weiherhaus sind für die alltägliche Arbeit funktional konzipiert worden und dienen auch für Gespräche sowie Sitzungen mit kirchlichen Mitarbeitenden und Gästen aus dem ganzen Bistum und darüber hinaus. Für die wertvollen historischen Dokumente konnten sichere Archivräume bezogen werden und die Tiefgarage verhilft zu einem besseren optischen Bild auf dem Areal.

Kulturhistorisches Erbe mit Ausstrahlung

Was sich heute als Bischöfliches Schloss präsentiert, hat eine längere Entstehungsgeschichte: Den ältesten Bauteil aus der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts bildet der Marsölturm in der Nordostecke der Schlossanlage. Um 1500 liess Bischof Heinrich VI. von Hewen (Amtszeit 1491 - 1505) das sogenannte "Silbergewölbe" im Nordhof bauen, einen mit Eisenläden und Gewölbe gesicherten Tresor- und Archivbau. Zur Zeit von Bischof Luzius Iter (Amtszeit 1541 - 1549) erfolgten Umbauarbeiten im Südtrakt, in deren Zuge auch die Todesbilder im Korridor des ersten Obergeschosses entstanden. Im Jahr 1565 zerstörte ein Brand grosse Teile des Gebäudes, die jedoch wieder aufgebaut wurden. Unter den Bischöfen Johann VI. Flugi von Aspermont (Amtszeit 1636 - 1661) und Ulrich VI. von Mont (reg. 1661 - 1692) erfolgte der hochbarocke Ausbau: Der Nordtrakt wurde umgebaut und der terrassierte Barock- garten vor der Nordfassade angelegt. In der gleichen Epoche entstand der Westtrakt mit dem zweigeschossigen Rittersaal von Domenico Barbieri, der als grösster Raum des Schlosses bis heute als repräsentativer Empfangsraum dient.

Seine heutige stilistische Ausprägung erhielt das Bischöfliche Schloss durch die Erneuerungen in der Zeit des Régence (Kunststil, welcher etwa die Jahre 1715  - 1730 umfasst). Unter Bischof Benedikt von Rost (Amtszeit 1728 - 1754) wurde um 1730 die Westfront mit dem doppelten Schlossportal neu gestaltet. Die Hauptfassade zieren Stuckrahmen um Türen, Fenster und Dachgaube sowie kolossale Lisenen. Sie ist heute die einzige mit Stuck geschmückte Profanfassade in Graubünden. Im Innern weist das Treppenhaus mit der dreiläufigen Treppenanlage Säulen und Pilaster aus Stuckmarmor, reich stuckierte Decken sowie Frucht- und Blütengirlanden auf. Die Deckendekorationen setzen sich fort in den Fluren, Vorräumen und Zimmern beider Obergeschosse des Nord- und Westtrakts sowie in der Kapelle im 2. Obergeschoss des Marsölturms. Die letzte grosse Restauration erfuhr das Schloss in den Jahren 1912 und 1919. In den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts erfolgten bedeutende Eingriffe im Bereich des Weiherhauses und des Südtrakts. In den Jahren 1969, 1973 und 1977 - 1980 wurden einzelne Räume restauriert.

Die nun anstehenden Massnahmen dienen der langfristigen Substanzerhaltung und einer noch vielfältigeren Nutzung des Baudenkmals und seiner Ausstattung. Ziel ist es, das Bischöfliche Schloss weiter der Öffentlichkeit zugänglich zu machen und damit historisches Erbe und moderne Nutzung miteinander zu verbinden.

Beurteilung der Kantonalen Denkmalpflege

Als Leiter der Denkmalpflege Graubünden darf ich den Umbau, die Instandstellung und Restaurierung des Bischöflichen Schlosses seit 2014 begleiten. Das national und kantonal geschützte Bauwerk manifestiert zusammen mit der Kathedrale eine 1'400 Jahre andauernde und ununterbrochene Präsenz eines Bischofs auf dem Hof in Chur. Dies macht das Gebäude auch im europäischen Kontext aussergewöhnlich. Die reiche Ausstattung und die erhaltene Substanz aus verschiedenen Jahrhunderten, wie zum Beispiel der prächtige Rittersaal aus dem 17. Jahrhundert oder der umfangreiche Bestand von Régence-Stuckatur aus dem frühen 18. Jahrhundert, unterstreichen die Wichtigkeit des Ortes. Die Projektverantwortlichen arbeiten von Beginn weg Hand in Hand und der Einbezug der Denkmalpflege in die Gesamtorganisation ist mustergültig. Herausforderungen werden angesprochen und zwischen den Ansprüchen der Denkmalpflege, der Architektur und einer zeitgemässen Nutzung sorgfältig abgewogen. Es freut mich persönlich sehr zu sehen, wie ein solch geschichtsträchtiges Haus in eine sinnvolle und ausgewogene Nutzungszukunft geführt wird.

Simon Berger, Kantonaler Denkmalpfleger

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